Birchiburg

Die Birchiburg 

Zeichnerische Rekonstruktion der Birchiburg während ihrer maximalen Ausdehnung im 14. Jahrhundert.

liegt im Zentrum des mittelalterlichen Bergbaureviers am Birkenberg. Inmitten zahlreicher heute noch sichtbarer Bergbauspuren hebt sich hier ein annähernd quadratisches Areal ab, das an drei Seiten von tiefen Gräben begrenzt wird. Als Burgherren werden im 14. Jahrhundert Mitglieder der Familie Snewlin Bernlapp von Bollschweil genannt. Die Birchiburg wurde 1377/78 im Rahmen einer Strafaktion von den Freiburgern zerstört.

Von 1998 bis 2002 führte das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Freiburg mit Mitteln der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) archäologische Ausgrabungen im Burgareal durch. Dabei konnte ein Turm (Bergfried), ein Innenhof und mindestens ein Wohngebäude (Pallas) nachgewiesen werden. Die Anlage wird auf drei Seiten von einer Ringmauer umschlossen, die während der Ausgrabungen noch in einer Höhe von bis zu 5,50 m angetroffen wurde. Nach Süden hin waren die Gebäude von einer mächtigen Schildmauer gedeckt. Auf der Westseite ist ein Abortturm mit Abwasserkanal angebaut.

 

Die Birchiburg vor dem Beginn der Ausgrabung

Freilegung der noch bis zu 5 m hoch erhaltenen Ringmauer. Deutlich ist der noch vorhandene Verputz der Mauern zu erkennen.

Die freigelegten Mauern der Birchiburg.

Grundrissplan der Birchiburg mit ergrabenen (rot) und rekonstruierten Bereichen (rosa) auf dem Burgplateau während ihrer maximalen Ausdehnung.

Die Birchiburg nach der Sanierung, September 2016

 








































Die archäologische Forschung

Bruchstück einer kunstvoll gestalteten Ofenkachel aus dem Innern der Burg
„Bischofs-Kopf“
15. Jahrhundert

Der Birkenberg mit seinen gut erhaltenen mittelalterlichen Bergbauspuren und der zentral gelegenen Birchiburg wurde 1987 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg zum Grabungsschutzgebiet erklärt. Nach den Ergebnissen der vom Institut für Ur-und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Freiburg durchgeführten Forschungsarbeiten (seit 1987) kann der Birkenberg als herausragendes Denkmal mittelalterlicher Kultur- und Technikgeschichte bezeichnet werden.

Die archäologische Forschung hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen zur mittelalterlichen Burg und zum Bergbau am Birkenberg erbracht. Im Gegensatz zu den nur sehr spärlich erhaltenen schriftlichen Zeugnissen gewähren die archäologischen Funde einen tiefen Einblick in das Alltagsleben innerhalb der Burg sowie auch in die Arbeits- und Lebenswelt der Bergleute in den umliegenden Bergwerken.

So verweisen in der Burganlage aufgefundene Waffenteile auf das ritterliche Leben, qualitätvolle Maßwerkfenster auf eine hochwertige Ausgestaltung der Burgräume und kunstvoll verzierte Ofenkeramik auf die Innenausstattung der Wohnräume. Die Analyse von Tierknochen und von an Keramikbruchstücken anhaftenden Speiseresten lässt Rückschlüsse auf die Ernährung der ehemaligen Bewohner zu.

Im Umkreis der Burganlage lebten und arbeiteten die Bergleute mit ihren Familien. Auf den Halden, neben den Stolleneingängen und Schächten fand die Aufbereitung der geförderten Erze statt. In Schmiedewerkstätten (Bergschmieden) wurden die eisernen Werkzeuge in Stand gesetzt. Die Bergleute wohnten in einfachen Hütten und Holzhäusern.