Das Bergbaurevier am Birkenberg

bei Bollschweil-St. Ulrich hat eine Fläche von rund 25 Hektar und ist heute fast vollständig von Wald bedeckt. Mehrere parallel verlaufende Erzgänge, die Silber-, Kupfer- und Bleierze führen, kreuzen hier das Möhlintal. Um an das wertvolle Silber zu gelangen, wurden die Gänge im Mittelalter bergmännisch erschlossen und abgebaut. Hierzu legte man am Nordhang des Birkenberges im 12. bis 14. Jahrhundert zahlreiche Stollen und Schächte an. Pingenreihen und Halden zeugen noch heute vom mittelalterlichen Bergbau.  
Fahlerz, Kupferkies, Arsenkies und Bleiglanz (polierter Anschliff im Mikroskop)
 
Abgebaut wurden silberhaltige Fahlerze, Bleiglanz und Kupferkies sowie edle Silbererze (Rotgültigerz, Allargentum u.a.). Neben dem Silber wurden auch Kupfer und Blei als Wertmetalle aus dem Erz gewonnen. Begleitminerale waren Pyrit, Zinkblende und Arsenkies sowie Quarz und stellenweise Schwerspat als Gangart. Noch heute lässt sich in den Talsedimenten bis weit in die Oberrheinebene hinaus ein deutlich erhöhter Bleigehalt nachweisen, der auf die mittelalterliche Aufbereitung und Verhüttung der Erze vom Birkenberg zurückzuführen ist.  
Allargentum, Rotgültigerz (Pyrargyrit) und Bleiglanz (polierter Anschliff im Mikroskop)
 
 
   
Ausblühungen von blauen Kupfersekundärmineralen
 
Freilegung eines Stollenmundlochs am Birkenberg
 
Sicherungsausbau im Bereich des Mundlochs