Bergbaurevier

Eine mittelalterliche Bergbaulandschaft wie sie auch so am Birkenberg ausgesehen haben könnte (Annaberger Altar von Hans Hesse, 1521).

Das Bergbaurevier am Birkenberg 

bei Bollschweil-St. Ulrich hat eine Fläche von rund 25 Hektar und ist heute fast vollständig von Wald bedeckt. Mehrere parallel verlaufende Erzgänge, die Silber-, Kupfer- und Bleierze führen, kreuzen hier das Möhlintal. Um an das wertvolle Silber zu gelangen, wurden die Gänge im Mittelalter bergmännisch erschlossen und abgebaut. Hierzu legte man am Nordhang des Birkenberges im 12. bis 14. Jahrhundert zahlreiche Stollen und Schächte an. Abgebaut wurden silberhaltige Fahlerze, Bleiglanz und Kupferkies sowie edle Silbererze (Rotgültigerz, Allargentum u.a.). Neben dem Silber wurden auch Kupfer und Blei als Wertmetalle aus dem Erz gewonnen. Pingenreihen und Halden zeugen noch heute vom mittelalterlichen Bergbau.



















Blick in die archäologisch untersuchten mittelalterlichen Stollen am Birkenberg.


Bergbau auf Silber

hatte im Hochmittelalter (11. bis 13. Jahrhundert) eine enorme Bedeutung, da das Geldwesen seit Karl dem Großen (768 – 814) vorrangig auf den Silbermünzen beruhte. Als Wert des Geldes galt nicht wie beim heutigen Geld der aufgeprägte Wert, sondern das Gewicht bzw. der Silbergehalt der Münze. Der große Bedarf an Silber führte in ganz Europa zu einem regelrechten Silberbergbau-Boom.

Spätestens im 11. Jahrhundert wurde auch im Südschwarzwald an vielen Orten nach Silbererzen gegraben. In einer Urkunde aus dem Jahre 1028 überließ Kaiser Konrad II. dem Bischof von Basel die Rechte am Silberbergbau im Breisgau. In dieser Region entwickelte sich bald eine blühende Montanwirtschaft. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden Bergstädte wie Sulzburg, Münster und Todtnau gegründet. In größeren Städten wie Freiburg im Breisgau oder Basel wurde das gewonnene Silber gehandelt und teilweise auch direkt zu Münzen geschlagen.

Das Ausgangsmaterial: Bleiglanz mit dem Gangmineral Quarz.
Foto: Archäologie-Werkstatt

Silbermünze vom Birkenberg, 14. Jahrhundert.